Evang.-ref. Kirchgemeinde Dübendorf-Schwerzenbach

Wasser - Wir berichten dieses Jahr über Wasser

Eintauchen ins neue Wasserjahr!

Wir alle begegnen Wasser täglich, ab und zu in unterschiedlichen Formen. Einige haben wir lieber als andere. Das habe ich auch gedacht, als ich heute Morgen fast auf dem eisigen Boden ausgerutscht bin. Der wärmende Tee später hat mir dafür sehr gut getan. Als es im letzten Januar so kalt war, konnte ich etwas ausprobieren, was ich schon lange wollte, nämlich ein Eislicht zu schaffen, wie es auf dem Foto zu sehen ist. Das geht ganz leicht, eine Gugelhopfform mit Wasser füllen und über Nacht draussen stehen lassen. Am nächsten Abend dann kippen und ein Kerzli reinstellen. Ich freute mich, dass es geklappt hatte und darüber, wie schön, glitzernd, besinnlich Wasser doch auch aussehen kann.

Es gibt nichts Vergleichbares, was in so unterschiedlichen Formen vorkommt. Wir vom Umweltteam freuen uns sehr, mit dem Thema Wasser ein Jahr lang unterwegs sein dürfen. Wir planen einige Aktivitäten, aber am spannendsten finden wir die persönlichen Geschichten und Erlebnisse rund um das Thema Wasser von uns allen. Jede:r hat doch schon mal etwas Tolles, Beklemmendes, Kühles oder Heisses mit Wasser erlebt. Wenn Sie uns dieses Erlebnis erzählen möchten, freuen wir uns sehr darüber und publizieren es gerne an dieser Stelle.

Nun hoffe ich auf kalte Tage. Ich möchte ausprobieren, ob es klappt, Seifenblasen einzufrieren. Das sieht auch so schön aus. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ganz schöne, kalte Winterwassererlebnisse!

Rahel Aschwanden, Sozialdiakonin und Markus Haltiner, Pfarrer

Eishalle Im Chreis, Dübendorf

An dieser Stelle möchte das Umweltteam der evang-ref. Kirche Dübendorf-Schwerzenbach während des Jahres 2022 das Thema Wasser genauer anschauen. Wir wollen aufzeigen, wie wir in der heutigen Zeit mit diesem flüssigen Gold umgehen. Der Fokus liegt dabei darauf, dass Wasser für uns selbstverständlich, jedoch für andere Menschen an anderen Orten ein sehr kostbares Gut ist.

«Glückliches Wasser» an der Glatt?
Wasser hat viele Formen und kann Vieles bewirken. Wir alle kennen es für den täglichen Gebrauch im flüssigen Zustand, heiss, kalt oder angenehm warm. Wir kennen es aber auch von sintflutartigen Regenfällen wie im Sommer 2021, bei denen Wasser mit vielen Überschwemmungen zahlreiche Schäden verursacht hat.
In der heutigen Ausgabe möchten wir den gefrorenen Zustand des Wassers näher betrachten. Welche Sport- und Freizeitbeschäftigung ermöglicht uns gefrorenes Wasser, sogar das ganze Jahr hindurch? Weit müssen wir dazu nicht gehen; mit der Eisbahnanlage Im Chreis in Dübendorf haben wir ein gutes Beispiel dafür.

Ich konnte mit dem Eismeister der Anlage, Markus Frauenknecht, sprechen. Er hat für uns einige interessante Geschichten und Fakten parat zur Kunsteisanlage. Markus Frauenknecht nennt Wasser im gefrorenen Zustand «glückliches Wasser»: «Es bleibt quasi bei mir, an Ort und Stelle und fliesst nicht ständig davon.»
Die Kunsteisbahn Im Chreis besteht aus einer Aussen- und Inneneisfläche für den Schlittschuhsport, sowie einer separaten Curling Halle. Die gesamte Eisfläche beträgt rund 4’500 m2. Alle Anlagen sind durchschnittlich sieben Monate in Betrieb. Um für die Eishockey-Meisterschaften genügend Trainingszeiten zu erzielen, ist das Hockey-Innenfeld sogar während elf Monaten in Betrieb und dies auch bei Aussentemperaturen von über 25 Grad!

Die Aufbereitung dieser Eisflächen dauert laut dem Eismeister jedes Jahr ca. zwei Wochen und verschlingt rund 175 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Da die Eisdecke nur 5 - 8 cm dick ist, muss sie regelmässig weiter mit Wasser versorgt werden. So kommen während dem Betriebsjahr nochmals gut 85 Kubikmeter Wasser dazu. Erstaunlich ist, dass dazu Trinkwasser verwendet wird. Markus Frauenknecht erklärt mir, dass Regen- oder Flusswasser für die Eisaufbereitung nicht verwendet werden kann, da es Farb- und Geschmacksveränderungen verursacht. Eigentlich schade, wäre solches Wasser doch viel günstiger und ökologischer als Trinkwasser.
Die durch die Eismaschine regelmässig abgefrästen Eispartikel werden in Form von Schnee in die Glatt entsorgt. Dadurch kühlt sich die Glatt jeweils kurzzeitig auf einer Länge von 100 Metern um ca. 0.5 °C ab. Diesen Umstand lieben die Fische vor allem im späten Frühjahr, wenn sich das Wasser wieder langsam erwärmt. Zum Kühlen der Eishallen wird ebenfalls Wasser genutzt. Dieses wird jedoch aus der Glatt angesogen und wieder leicht warm temperiert zurückgeführt. Die Energie für die ganze Anlage wird via Ökostrom vom EKZ bezogen. Aus ökologischer Sicht war für uns auch die Frage wichtig, ob chemische Zusätze zum Einsatz kommen. Markus Frauenknecht verneint dies klar, mit einer Ausnahme: Ammoniak, das stark riechende Gas aus Stickstoff, wird für das Kühlsystem verwendet und entsprechend schonend durch eine Spezialfirma entsorgt.
Da die ganze Anlage Im Chreis doch sehr in die Jahre gekommen ist, werden bei einem allfälligen Sanierungs- Projekt sicher auch einige Altlasten korrigiert werden, um die Ökologie-Bilanz zu verbessern. Vielleicht mit einer Fotovoltaik-Anlage auf dem grossen Dach der Eishalle? Markus Frauenknecht kann dazu noch keine Antworten geben, das Projekt sei erst in Planung.
Dennoch macht es nachdenklich, wie viel Energie und Trinkwasser-Ressourcen ein für uns selbstverständliches Freizeitvergnügen wie Schlittschuhlaufen oder Curling in Anspruch nimmt. Es lohnt sich deshalb, beim nächsten Ausflug auf die Eisbahn auch an den Aufwand zu denken, den es braucht, bis wir hier mit unseren Schlittschuhen gleiten können. Und was für ein Privileg es für uns ist, dieses «glückliche Wasser» so viele Monate nutzen zu können.

Herzlichen Dank an Eismeister Markus Frauenknecht für die Einblicke in den Betrieb der Eisbahn Im Chreis.

Für das Umweltteam: Markus Ramseier

Ein Wassererlebnis

Es war im Sommer 1944. Ich war knapp ein Jahr alt, als meine Eltern eine «Gelte» mit Badewasser zum Wärmen an der Sonne in unseren Garten stellten. Zwei Tannen standen daneben. Laut ihren Berichten haben sie mich jeweils an einer langen Leine an einer der beiden Tannen angebunden, so dass ich nicht fortkrabbeln konnte. Die graue Metallgelte zog mich magisch an, und ich plumpste kopfvoran ins Wasser. Natürlich konnte ich mich nicht selber befreien. Mein Vater hatte plötzlich ein ungutes Gefühl, rannte in den Garten und holte mich sofort heraus. Meine Lippen waren schon blau angelaufen aber ich konnte Wasser ausspucken. Meine Mutter rief sogleich den Arzt an, der bald darauf eintraf. Seine ersten Worte waren: «Wi alt ischer», dabei war ich doch ein Mädchen! Bin Gott sei Dank gerettet worden. Das war eine Episode aus meiner frühen Kindheit, es folgten noch viele andere, vor allem positive Erlebnisse mit dem Lebenselixier Wasser.

Gerda Wildi

Wozu braucht man Wasser

Pflanzen machen aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker, als Nahrung der Pflanze und Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen.
Den Stoffwechselvorgang in der Pflanze nennt man Photosynthese.

Ohne Wasser funktioniert die Photosynthese nicht. Die Photosynthese passiert meistens in den Blättern, in den Chloroplasten der Blattzellen. Dort wird Kohlenstoffdioxid aus der Luft an einen anderen Stoff gebunden. Aus Wasser, das die Pflanze über die Wurzeln aufnimmt und dem gebundenen Kohlenstoffdioxid bildet das Blatt Zucker. Dieser bleibt in der Pflanze und dient ihr (und uns) als Nahrung. Der Sauerstoff wird an die Luft abgegeben. Um genügend Energie für die Photosynthese zu haben, braucht die Pflanze das Sonnenlicht. Die Natur hat alles aufeinander abgestimmt. Das, was wir ausatmen (Kohlestoffdioxid), wird von den Pflanzen verbraucht, um Zucker herzustellen. Wir bekommen von den Pflanzen Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen.

Dank des Verdampfens von Wasser durch die Blätter eines Baumes ist es unter den Bäumen immer etwas kühler als unter den Sonnenschirmen.

Ruedi Meyer, Leiter Hausdienst

Forum Chriesbach der EAWAG Dübendorf

EAWAG - die Weltspitze der Wasserforschung in Dübendorf
Fast alle kennen schweizweit und international die EMPA in Dübendorf. Dass es daneben noch ein zweites mit der ETH assoziiertes Forschungsinstitut von Weltruf gibt, ist deutlich weniger bekannt. Die EAWAG ist wohl in ihrem Bereich, der Wasserforschung, international noch ein wenig renommierter, da spezialisierter, als die grössere Schwester EMPA. Aber diese beiden Topinstitutionen in Dübendorf zu haben ist so oder so ein grosses Privileg für alle, die hier zuhause sind.
Gegründet wurde die EAWAG 1936, zunächst als Beratungsstelle der ETH mit 3 Angestellten, dann 10 Jahre später als Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz. Heute zählt die EAWAG über 500 Mitarbeitende.

Sauberes Wasser – Keine Selbstverständlichkeit
Interessanterweise waren es die Fischer, die bereits 1933 über ihren nationalen Verband beim Bund vorsprachen, damit Massnahmen gegen die zunehmende Wasserverschmutzung getroffen wurden. Die EAWAG spielte in der Folge eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des ersten Wasserschutzgesetzes. Sie beurteilte Projekte für Kanalisationen, Kläranlagen und andere Gewässerschutzmassnahmen. In den 60er Jahren erfolgte dann der Wechsel von der Beratung in die Forschung rund ums Wasser. Viele Gewässer in der Schweiz waren damals ökologisch gesehen tot. Nur dank riesiger Investitionen in die Infrastruktur und die Reinigungs- und Aufbereitungsprozesse können wir heute bedenkenlos Wasser von jedem Wasserhahn trinken und in fast allen Gewässern baden. Die EAWAG hat dazu sehr viel beigetragen.

Breite Grundlagenforschung
Heute forscht die EAWAG in den Schwerpunkten Wasser für das Wohlergehen des Menschen, Wasser für das Funktionieren der Ökosysteme und Strategien bei Konflikten rund ums Wasser. Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Beispiel im Kasten nebenan.
Wenn Sie Interesse an einer Führung haben, melden Sie sich bei einem Mitglied des Umweltteams.

Pfarrer Markus Haltiner für das Umweltteam

Ein paar Gedanken zum Thema Wasser

n meiner Jugendzeit gab es das Lied „Wasser ist zum waschen da …“, an das sich sicher viele erinnern. Ja, damals wusste ich noch nicht, was das mit mir zu tun hat. Und nun, seitdem ich mich seit Jahren in Kibera, dem grossen Slum in Nairobi/Kenya, engagiere, weiss ich, wie wichtig Wasser ist. Schön, wenn es vorhanden ist, aber was geschieht wenn nicht? Dann sind die Probleme sehr gross. Wie z.B. soll man das WC spülen, wobei die WC dort nicht mit unseren zu vergleichen sind. Nicht spülen, Geruch …

Ich habe das oft erlebt, wenn ich dort war. Wasser braucht es, um sich zu selbst zu waschen und auch zum Kochen ist es nötig. Was bei uns alles selbstverständlich ist, ist dort immer wieder ein Problem. Darum setze ich mich ein, damit die Lebensbedingungen sich etwas verbessern. Oder anders gesagt: Steter Tropfen höhlt den Stein, als Erfolg, der sichtbar wird und die Menschen vor Ort das Leben etwas leichter haben.

Mehr unter: www.projekte-frauen-kenya.ch

Inge H. Schmidt

Plitsch – Platsch – Wandern im Bach

Leise plätschert das Wasser im Sagentobelbach, die Vögel pfeiffen und plötzlich hört man Plitsch-Platsch und ganz viele fröhliche Kinderstimmen. Es ist ein heisser Nachmittag und die Kinder der Cevi-Gruppen Nalani, Nehemia und Sacharja sind im Bach unterwegs. Sie haben dazu Wasserschuhe oder Crocs angezogen und wandern im Wasser den Bach aufwärts. Das Wasser ist nicht tief, darum spritzt und tönt es bei jedem Schritt so schön. Die Kinder finden es sehr toll und geniessen vor allem die Pools, die es jeweils unter einem kleinen Wasserfall hat. Darin kann man richtig baden und sich ganz abkühlen. Das Highlight sind die ganz tiefen Pools, wo man sogar darin tauchen kann. Ein wirklich schönes Erlebnis für heisse Tage draussen in der Natur. Vielleicht ist so eine Bachwanderung auch etwas für Sie und Ihre Kinder in der Sommerzeit?

Ganz viel nasses und kühles Vergnügen wünschen Tamara Keller, Cevileiterin und Rahel Aschwanden