Evang.-ref. Kirchgemeinde Dübendorf-Schwerzenbach

Steine - Jahresthema 2026

Stein!

Das Umweltteam hat für 2026 ein neues Thema gesetzt. Die Wahl fiel auf Stein. Ja, Sie lesen richtig, einfach … Stein! Das klingt hart, nicht nur, um darüber einen Artikel zu schreiben; nein, auch als Material steht Stein grundsätzlich für Härte, Dauerhaftigkeit, Beständigkeit. Nichts existiert länger als Stein. Dabei ist Stein ja nicht einmal das Grundmaterial unseres Planeten, sondern quasi nur die Käserinde, das Ding aussen am Ding.

In unserer Sprache ist Stein trotzdem allgegenwärtig. Mit “Stein“ lassen sich positive wie auch negative Dinge und Umstände beschreiben: Wenn jemandes Persönlichkeit hart wie Stein ist, meint man dies meistens kaum schmeichelhaft. Steinreich ist jedoch ein Attribut, das jeder gerne hätte, ausser es schwingt dabei Neid mit. Bei grossen Veränderungen redet man davon, dass kein Stein auf dem andern bleibt. Wenn ein Prozess zu einem fertigen Resultat führt, so ist etwas von da weg in Stein gemeisselt. Und wenn man eine Belastung loswird, eine Angst überwindet, ein Problem gelöst hat, dann fällt einem meistens ein Stein vom Herzen.

Stein als Material gibt es überall in allen Farben, Formen und chemischen Zusammensetzungen. Eigentlich ist er anorganisch, schliesst aber manchmal organisches Material mit ein. Und es gibt ihn in allen Preislagen. Vom kleinen Kieselstein, den man gratis am Bachrand findet, über schöne Schiefer- und Granitplatten, bis hin zu grossen Marmorblöcken und dann wieder ganz klein als Edelstein ist der Preispalette für Steine kaum eine Grenze gesetzt.

Das Umweltteam möchte mit Ihnen im 2026 gerne verschiedene Aspekte, die mit Steinen zusammenhängen anschauen und erleben. Sie dürfen gespannt sein, was daraus noch alles wird. Wir sind es auch.

Für das Umweltteam, Markus Haltiner, Pfarrer
Für das Umweltteam, Rahel Aschwanden, Sozialdiakonin

Brückenbau 1. Teil

Der Wunsch, natürliche Hindernisse durch Brücken zu überwinden, ist so alt wie die Menschheit. Mit einem einfachen Baumstamm über den Bach fing es wohl an und führte letztlich sogar dazu, Kontinente zu überwinden.
Eine weitere Bestätigung für die These, dass Brücken Lebensadern sind. Sie führen Menschen zusammen und knüpfen Kontakte – über Gewässer und Abgründe hinweg erschliessen und verbinden sie die Welt.

Vielfalt von Brücken:
  • Balkenbrücken - Fachwerkbrücken - Seilverspannte Brücken - Bogenbrücken
  • Schrägseilbrücken - Spannbetonbrücken - Hängebrücken, etc.

Bei allen Brücken wird das Baumaterial so eingesetzt, dass sie den auf sie einwirkenden Kräften standhalten, sie überwinden oder sogar ausnutzen. Diese Kräfte werden verursacht durch: das Eigengewicht des Tragwerkes (Brücke), die Verkehrslast sowie die Umweltbelastungen (Wind, Wasser, Erdbeben). Verschiedene Kräfte wirken auf das Baumaterial von Brücken wie: Druck- und Zugkräfte, Scherkräfte, Torsion, Verwindung und Schubkraft. Beim Brückenbau wird das Prinzip von Kraft und Gegenkraft besonders deutlich. Jede Brücke biegt sich bei Belastungen ein wenig durch. Dass sie nicht bis zum Einsturz durchgebogen wird, liegt an einer Gegenkraft. Diese wird durch die Elastizität der Brücke hervorgebracht. Die Gegenkraft wirkt der von der Verkehrslast ausgehenden Kraft und der Gewichtskraft der Brücke entgegen und gleicht sie aus. Die Kunst des Brückenbaus besteht nun darin, zu jeder belastenden Kraft eine Gegenkraft zu finden, welche die Wirkungen der ersten aufhebt. Man sagt dann: Die Bauteile der Brücke sind im Kräftegleichgewicht.

Ein Beispiel aus dem schweizerischen Brückenbau ist die Ganterbrücke Ried-Brig an der Simplonstrasse im Wallis. Mit einem S-förmigen Strassenverlauf und einer fast 700 m langen und 150 m hohen Brücke umfährt diese die Talüberquerung. Der steile nördliche Abhang besteht im Bereich der Brücke aus zerklüftetem, brüchigem Felsen. Der südliche Abhang ist wesentlich weniger steil, der Fels liegt jedoch sehr tief und ist mit stark durchnässtem Moränenmaterial und Hangschutt überdeckt. Im Durchschnitt bewegt sich der Hang zwei bis drei mm pro Jahr talwärts. Die Linienführung der Brücke besteht aus einer S-Kurve mit einem geraden Mittelstück von 174 m Länge. Der Übergang von der Kurve zur Geraden befindet sich genau über der letztmöglichen Fundationsstelle (Festpunkt) im Felsen unmittelbar neben dem Saltinabach.

Als Tragsystem wurde deshalb vom Projektingenieur mit Hinblick auf die grosse Spannweite und Höhe in der Brückenmitte ein steifes Schrägkabelkonzept mit niedrigen Pylonen und in Flügelmauern einbetonierten Vorspannkabeln gewählt. Die 678 Meter lange Brücke weist acht Felder mit unterschiedlichen Spannweiten von 35 – 174 Metern auf. Auf der orthografisch rechten, nördlichen Talseite sind die Stützen in der erforderlichen Tiefe in den Felsen eingebunden. Gegenüber, am südlichen Abhang, wurden offene Schächte erstellt. Von den Schächten aus wird der Hang zusätzlich zur Oberflächendrainage entwässert. Alle Stützen sind am Stützenfuss auf grossen Stahllagern, die mit Gleiteinrichtungen versehen sind, gestellt, damit die Stützenfüsse der Kriechbewegung des Hanges entsprechend nachgestellt werden können.

Die Nachstellarbeiten mit speziellen Pressenvorrichtungen wurden erstmals im Jahre 2006, also vor 20 Jahren durch die Spezialfirma mageba sa, Bülach (Projektleiter: Albert Weder) bei 4 Pfeilern und dem Widerlager hangseitig Richtung Simplonpass durchgeführt.

Die Nachstellwege bewegten sich zwischen 25 - 125 mm in der Längs- und Querachse zur Brücke. Bis heute hat sich der südliche Hang stabilisiert. Jedoch werden weiterhin mögliche Verschiebungswege der Brücke jährlich von den zuständigen Stellen gemessen, um weitere Massnahmen rechtzeitig planen zu können.

Im Herbst 2026 wird ein 2. Teil vom Brückenbau in diesem Blatt erscheinen.

Für das Umweltteam, Albert Weder, Kirchenpflege Ressort Liegenschaften und Umwelt

Bergkirche vom heiligen Johannes der Täufer

Am 2. Januar 2026 besuchte ich mit Freunden die weit über die Landesgrenze bekannte Bergkirche in Mogno TI. Der gewagte Bau aus sich abwechselnden Schichten aus einheimischem Gestein wie Marmor und Gneis entwickelte sich als sehr bekannte Sehenswürdigkeit.

Die Kirche hat keine Fenster, das Innere, in dem etwa 15 Personen Platz finden, wird nur von dem durch das Glasdach einfallenden Licht erhellt. Der Altar steht an der gleichen Stelle wie die frühere Kirche, die durch eine Lawine zerstört wurde. Das Spiel der Formen und Kontraste der verschiedenen Materialien trägt zu einem einzigartigen spirituellen Erlebnis bei.

Verschieden Materialien wurden eingesetzt:
Gneis: «BEOLA» genannt, gespalten verarbeitet, kommt aus den Steinbrüchen von Riveo im Maggiatal
Marmor: Weisser Marmor aus Peccia, gesägt, kommt aus dem Steinbruch vom Pecciatal, Lavizzara
Eisen: Schwarzes einbrennlackiertes Eisen für das Tragwerk des Daches
Glas: Für die Deckung des kreisförmigen Daches.

Geschichtliches:
Der Wiederaufbau des Baudenkmales erfolgte auf Grund der ehemaligen Bergkirche aus dem
17. Jahrhundert und mit derselben ellipsenförmigen Ausrichtung auf der Aussen- und rechteckig auf der Innenseite mit einem schrägen und kreisförmigen Dach. Die Höhe der neuen Kirche entspricht jener des alten Kirchturms. Der Kirchenplatz ersetzt die Fläche des Friedhofes. Das Ossarium (Aufbewahrung von Gebeinen) wurde an seiner ehemaligen Lage aufgebaut. Die beiden Glocken aus dem Jahre 1748 sind die einzigen Elemente, die nach der Lawine, welche die alte Bergkirche gänzlich zerstört hatte, gerettet werden konnten.

Die Grösse der jetzigen Bergkirche ist:
  • Oberfläche der Kirche 123 m2, Volumen 1590 m3
  • Ellipsenförmiger Grundriss mit längster Achse von 14.50 Meter, kleinste Achse 10.80 Meter
  • Maximalhöhe 17 m, Minimalhöhe 8 m
  • Dicke der Mauer an der Grundfläche beträgt 2.50 Meter, an der Dachkrone 0.50 Meter

Ein Besuch dieser Bergkirche in Mogno TI, Gemeinde Lavizzara im Tessin ist sehr zu empfehlen.

Für das Umweltteam, Albert Weder, Kirchenpflege Ressort Liegenschaften und Umwelt